News 2005 Januar

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Lehrstellenmangel trifft Hauptschüler besonders hart





Wer einen Hauptschulabschluß hat, hat keinen Abschluß. So ist das in den Köpfen vieler Unternehmer und Personalschefs. Jetzt im Juni und Juli 2005 absolvieren viele Schüler gerade ihren Hauptschulabschluß. Nach dem letzten Schulltag kommt für viele die große Leere, weil die Absolventen der Hauptschule wenig Anklang bei den Ausbildungsbetrieben finden.

Dabei gibt es eigentlich genug Lehrstellen, die nicht besetzt werden können. "Aber nicht für Hauptschüler", so die Meinung vieler Experten. Laut Arbeitsagentur waren Ende Mai 2005 zum Bespiel in Hamburg noch 2239 Jugendliche auf der Suche nach einer Stelle. Zur gleichen Zeit boten aber Hamburger Unternehmen 2091 freie Stellen an. "Vor allem alte Berufe wie Bäcker oder Fleischer will kaum noch jemand lernen", so ein Sprecher der Arbeitsagentur.

Das viel größere Problem ist aber auch: Immer mehr Schüler mit einem höheren Schulabschluß drängen in Realschulberufe und Realschüler in Hauptschulberufe. "Wer zum Beispiel Maurer werden möchte, benötigt heute schone einen Realschulabschluß". Viele Arbeiten, die früher von Hauptschülern erledigt wurden, sind mittlerweile ins Ausland verlegt. Etwa in der Produktion.

Das deckt sich mit dem Blick in aktuelle Lehrstellenausschreibungen: "Straßenbauer gesucht. Voraussetzung ist der Realschulabschluß." Oder: "Versicherungskaufmann/-frau gesucht. Voraussetzung ist Hochschulreife." Oder: "Zahntechniker/-in gesucht mit Abitur." Das war früher anders. Ausbildungsplätze, für die ein Hauptschulabschluß genügt, sind oft nur noch in der Gebäudereinigung Hamburg, bei Friseuren oder eben in Bäckereien zu finden. Die Arbeitsagentur in Hamburg: "Und die gehen an Schüler aus anderen Bundesländern, weil der Hamburger Abschluß vielen nicht ausreicht."

Konsequenz: Viele Hauptschüler besuchen eine weiterführende Schule. "Und dort schaffen es nur 50 Prozent und stehen dann wieder ohne weitere Chancen da."Dieser Weg sei für viele eine Sackgasse,

Deswegen müsse man was tun: Die Schulen arbeiten heute enger mit Unternehmen zusammen. Es gibt den "PraxisLerntag" bei dem die Schüler der Abschlußklassen ein halbes Jahr lang einen Tag in der Woche in einen Betrieb gehen und mitarbeiten. "Es gibt Lehrplätze, aber es ist manchmal schwer, die mit den Schülern zusammenzubringen."






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