Bis vor wenigen Jahren galt in der Videospielindustrie noch ein eisernes Grundgesetz: immer mehr Leistung, immer bessere Grafik und immer stärkere Prozessoren. Doch spätestens seit Nintendos Wii hat ein Umdenkprozess stattgefunden, der nicht mehr die Technik in den Vordergrund stellt, sondern das Spielerlebnis. Die völlig revolutionäre und innovative Steuerung der Wii hat dem japanischen Spielehersteller einen Marktanteil von 50% gegenüber Sony und Microsoft gesichert. Endlich sind Videospiele auch in ganz normalen Wohnzimmern angekommen.
Letztes Jahr hechelten Playstation3 und die Xbox 360 dem Erfolg der Wii noch hinterher. Das ewige Mantra „weiter, höher, besser“ sprach zwar die sogenannte Core-Gemeinde an, die neue Zielgruppe aber wurde mit Gigahertz, Grafikengines und komplizierten Spieleanleitungen überfordert. „Casual Gamers“ heißt die neue Front, auf der Sony, Microsoft und Wii im Weihnachtsgeschäft 2010 gegeneinader antreten.
Gemeint sind damit die Spieler, die sich nicht stundenlang in weite Welten verirren wollen, sondern zum Feierabend kurz entspannen oder in kleinen Minispielen gegen Freunde und Familie antreten möchten. Während Nintendo der Wii treu bleibt, hat Sony die Zusatzerweiterung „Move“ auf den Markt gebracht, das den beiden Zauberstäben der japanischen kleinen weißen Box sehr ähneln. Microsoft verfolgt ein ähnliches Prinzip, verzichtet allerdings gleich ganz auf Gamepads oder Controller und nennt seine Erweiterung für die Xbox 360 „Kinect“.
Kinect soll ab Mitte November für rund 150,- Euro inkl. passendem Spiel erhältlich sein und steht als Hardwareerweiterung für die Xbox 360. Die Sensorleiste wird in Nähe zum Fernseher angebracht und erkennt mit Hilfe einer Tiefensensorkamera, einem 3D-Mikrofon sowie Farbkameras jegliche Bewegungen der Spieler. Diese werden dann in Echtzeit ins Spielgeschehen übertragen und machen Gamepad, Controller oder Joystick vollkommen überflüssig. Diese neue Spielerfahrung setzt vor allem einen neuen Meilenstein in Sachen Kommunikation. Die Spieletitel die für Kinect zum Start erhältlich sein werden zeigen ganz deutlich, an wen man sich richtet: an die bisherige Wii-Zielgruppe. Doch auch der typische Xbox-Zocker soll nicht zu kurz kommen. namenhafte Spielehersteller haben bereits „reifere“ Titel für Kinect angekündigt.
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